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Unter der Lupe: USB-Oszilloskop PicoScope 2000A

Pico Series2000A B26. August 2016 - Im April hat die Firma Pico Technology mit der PicoScope 2000 A/B Serie eine Familie von multifunktionellen USB-Oszilloskopen vorgestellt. Kaum größer als eine Handfläche bieten die Geräte einen überraschend großen Funktionsumfang zu einem attraktiven Einstiegspreis. Sie treten damit auch in direkte Konkurrenz zu Desktop-Oszilloskopen der Einstiegsklasse. Wir hatten die Gelegenheit ein Mixed-Signal-Modell der Serie 2000A ausgiebig zu testen.

Die sehr kompakten Geräte sind je nach Modell mit 2 bzw. 4 analogen Kanälen, bis zu 16 digitalen Kanälen und einem Arbiträr-Signalgenerator (AWG) ausgestattet. Sie sind mit 10, 25, 50, 70 oder 100 MHz Bandbreite erhältlich, wobei die Speichertiefe von 8 kSamples bei der einfachsten Konfiguration bis 128 MSamples beim leistungsfähigsten Modell und die Abtastrate entsprechend von 100 MS/s bis 1 GS/s reicht. Die günstigsten Modelle enthalten keine Tastköpfe, während sonst zwei Tastköpfe und verschiedene Tastkopfspitzen sowie Clips für die digitalen Kanäle mitgeliefert werden. Digitale Kanäle bzw. vier analoge Kanäle sind ab der 25 MHz Version möglich. Der Preis für das günstigste Modell liegt bei 109 Euro, wobei das leistungsfähigste Modell auf knapp über 1.000 Euro kommt.

PicoScope LieferumfangLieferumfang PicoScope Serie 2000 (abhängig vom Modell)

Standardmäßig wird eine sehr umfangreiche Software mitgeliefert, die auch ohne Hardware im Demo-Modus lauffähig ist und kostenlos von der Website des Unternehmens heruntergeladen werden kann. Damit lässt sie sich auch vor einem Kauf vorab problemlos ausprobieren. Die PicoScope Software ist übrigens für die gesamte Oszilloskop-Produktpalette nahezu identisch und vereinfacht somit einen späteren Umstieg auf leistungsfähigere Modelle. Zudem ist die Software nicht nur für Windows, sondern auch für Linux und Mac OS (Apple) verfügbar. Eine Testinstallation auf einem älteren Notebook mit Ubuntu 14.xx hatten wir mit Hilfe einer auf der Website von Pico Technology verfügbaren Kurzanleitung innerhalb weniger Minuten abgeschlossen und lauffähig. Die Funktionalität der Linux- und Windows-Version scheint praktisch identisch zu sein.

Leistung wie die Großen

Im Funktionsumfang stehen die kompakten Geräte der PicoScope 2000 A/B Serie den größeren Desktop-Pendants in Nichts nach. Bei einigen Ausstattungsmerkmalen, wie Aufzeichnungsspeicher (bis zu 128 MS), Erfassungsrate (80.000 wfm/s), Signalgenerator (AWG) oder optionale Digitalkanäle mit Bus-Decodierung (16 Protokolle!) lassen sie andere Produkte teilweise weit hinter sich. Zu den einzigen Schwächen, die uns aufgefallen sind, gehören ein fehlender externer Triggereingang, eine etwas geringere Eingangsempfindlichkeit (4 mV, sonst sind meist 2 mV üblich) und eine relativ niedrige maximale Eingangsspannung von 20 V sowie ein Überspannungsschutz von nur +/-100 Vpeak. Besonders die letzten beiden Grenzwerte sind kritisch, da sie deutlich unter der Netzspannung liegen. Die meisten anderen Geräte erlauben Eingangsspannungen von bis zu 400 Vpeak. Da die Masseleitung der Eingangskanäle zudem mit der USB-Masse verbunden ist, kann bei Problemen unter Umständen auch das angeschlossene Notebook beschädigt werden.

Software macht den Unterschied

Wie bei vielen anderen Messgeräten tritt die reine Hardware immer mehr in den Hintergrund und die Software bestimmt zunehmend den eigentlichen Funktionsumfang. Das PicoScope verfügt über eine sehr leistungsfähige und stabil arbeitende Software mit einer übersichtlichen und intuitiven Bedienoberfläche. Der Anwender kann auf alle wichtigen Einstellungen am oberen und unteren Fensterrand direkt zugreifen und hat die wichtigsten Geräteeinstellungen dadurch auch immer im Blick. Die Geräteeinstellungen lassen sich außerdem in einer Datei abspeichern und jederzeit wieder abrufen.

PicoScope SoftwareAlle wichtigen Einstellungen, Funktionen und Messwerte immer im Blick (oben, rechts und unten). Dargestellt ist ein Rechtecksignal auf Kanal A, darunter das Spektrum und ganz unten im blauen Balken eine Frequenzmessung.

Die PicoScope Software enthält viele leistungsfähige Funktionen zur Erfassung und Analyse von Signalen. Neben vielfältigen Trigger- und Messfunktionen gibt es flexible mathematische Kanäle, Filter, Masken, Alarme und Makros. Für reine Datenerfassungsaufgaben steht außerdem eine dafür spezialisierte Software zum Herunterladen zur Verfügung, die auch ein Streaming von Messdaten unterstützt. Die aufgezeichneten Signale lassen sich zudem in unterschiedlichsten Formaten abspeichern und in externe Tools, wie beispielsweise Matlab oder MS Excel, übernehmen oder ggf. mit dem Signalgenerator reproduzieren.

Bei Unklarheiten oder Fragen steht dem Anwender stets die integrierte Hilfe-Funktion zur Verfügung. Zudem lassen sich über die Website des Herstellers umfangreiche Handbücher, Videos, Whitepaper und Anleitungen zu unterschiedlichsten Themen und in mehreren Sprachen abrufen. Der Anwender wird außerdem durch ein umfangreiches und lebendiges Support-Forum unterstützt. Die Picoscope Software kann außerdem selbstständig nach neuen Versionen suchen und diese sowie neue Firmware für das Picoscope Oszilloskops auf Wunsch automatisch aufspielen.

Desktop- oder USB-Oszilloskop?

Vermutlich ist die Entscheidung, ob ein Desktop-Oszilloskop oder USB-Oszilloskop beschafft werden soll, eher eine Philosophie-Frage. Beide Konzepte haben gewisse Vorteile und Einschränkungen. Natürlich benötigt ein USB-Oszilloskop immer zusätzlich einen PC oder ein Notebook. Aber ist ein Computer nicht sowieso immer am Arbeitsplatz vorhanden? Die Hardware-Anforderungen sind seitens der Software des PicoScopes an den PC/Notebook nicht besonders hoch, so dass beispielsweise auch ein einfacheres oder ein nicht mehr benötigtes Notebook verwendet werden kann.

Einen besonderen Charme bietet das USB-Konzept, wenn der Anwender von Haus aus mit einem Notebook unterwegs ist und zusätzlich ein Oszilloskop benötigt. Ein USB-Oszilloskop ist für derartige Aufgabenstellungen durch die kompakte Größe und das geringe Gewicht die ideale Lösung.

Oftmals übersehen wird der Vorteil eines großen Bildschirms. Während Desktop-Oszilloskope in der Regel ein 5,6" bis 8" großes Display mit einer Bildauflösung von maximal 640 x 480 Pixel haben, verfügen dagegen Mittelklasse-Notebooks heute meist über 15,6" Bildschirme mit einer Auflösung von bis zu 1920 x 1080 Pixel. Die PicoScope Software hat laut Forum eine Basisauflösung von 1024 x 760 Pixel, lässt sich aber auf eine beliebige Fenstergröße skalieren. Zudem lassen sich mehrere Ansichten (Views) öffnen, mit denen sich verschiedene Darstellungen (Oszilloskop-Kanäle, Spektrum, Logikkanäle, ...) in separaten Bereichen gleichzeitig anzeigen lassen. Insgesamt eröffnet ein großer Bildschirm vielfältige Möglichkeiten, so dass mehrere Signalverläufe, mathematische Kanäle oder sonstige Darstellungen in unterschiedlichsten Anordnungen parallel auf dem Bildschirm zu sehen sind. Wer bisher nur mit Desktop-Oszilloskopen gearbeitet hat, wird von diesen Möglichkeiten begeistert sein.

Fazit

Insgesamt betrachtet stellen die Oszilloskope der PicoScope 2000 Serie eine interessante Alternative zu Desktop-Oszilloskopen dar. Gegenüber anderen Desktop- und USB-Oszilloskopen der Einstiegsklasse bieten sie einen meist größeren Funktionsumfang bei vergleichbaren technischen Daten. Die Software ist ebenfalls sehr leistungsfähig und für Windows, Linux und Mac OS sowie kostenlos auch als Demoversion erhältlich. Die Bedienoberfläche macht einen sehr übersichtlichen Eindruck und ist einfach zu bedienen. Preislich gesehen liegen die Geräte von Pico Technology im Mittelfeld. Das größte Plus ist aber der große Bildschirm und die vertraute PC-Bedienung. Dies ermöglicht gegenüber Desktop-Oszilloskopen ungeahnte parallele Darstellungsmöglichkeiten sowie eine einfache Weiterverarbeitung von Messdaten oder grafischen Signalverläufen, was allerdings für fast alle USB-Oszilloskope gelten dürfte.

www.picotech.com/

 

Hinweis: Die Firma Pico Technology hat uns für diesen Bericht ein USB-Oszilloskop der Serie PicoScope 2000 kostenlos zur Verfügung gestellt.




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