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News - Allgemeine Test- und Messtechnik

Strengere Regelung für akkreditierte Messmittel-Kalibrierung ab August

21. Juli 2016 - Präzise Messergebnisse und entsprechend verlässliche Messmittel sind heute in allen Bereichen der Fertigung von entscheidender Bedeutung – nicht allein aus Gründen der Funktionalität, sondern auch hinsichtlich der Normkonformität, Qualitätssicherung und internationalen Vergleichbarkeit. Dennoch begnügen sich immer noch viele Firmen mit einer Werkskalibrierung ihrer Messmittel, obwohl diese keinen festen Vorgaben unterliegt. Ohne Begutachtung werden solche Kalibrierscheine nicht als Rückführungsnachweis anerkannt, das Haftungsrisiko liegt damit beim Hersteller.

Nicht zuletzt um Unternehmen vor solchen Problemen zu schützen, hat die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) in Übereinstimmung mit der Europäischen Kooperation für Akkreditierung (EA) mit Gültigkeit ab August die Regelungen zur Rückführbarkeit verschärft. Im Sinne der Verlässlichkeit, aber auch aus Kostengründen sollten Betriebe daher künftig noch stärker auf DAkkS-akkreditierter Kalibrierung bestehen – zumal dieses Plus an Sicherheit nicht teurer sein muss, wie etwa das Kalibrierlabor Melutec zeigt, das bereits seit über drei Jahren DAkkS-Scheine zu Werkspreisen erstellt.

„Rein für die interne Qualitätssicherung mag eine Werkskalibrierung mitunter genügen, aber sobald ein anspruchsvoller Kunde auch die Messmittelkalibrierung überprüfen lassen muss, kann es zu Problemen kommen“, erklärt Dr. Michael Wolf, Leiter der Abteilung Metrologie der DAkkS. Hintergrund ist, dass diese Art der Kalibrierung keiner Überwachung unterliegt und keine Standards erfüllen muss. Zwar legen viele Labore dennoch sehr hohe Maßstäbe an, die letzte Gewissheit allerdings fehlt. Der Kunde muss dem Dienstleister vertrauen, vor allem weil vielfach die Kapazitäten und teils auch das Knowhow fehlen, um alle Angaben auf den Kalibrierscheinen zu kontrollieren.

Die Betriebssicherheit seiner Anlagen und die Zufriedenheit seiner Abnehmer darauf zu gründen, ist riskant, vor allem da im Ernstfall der Hersteller für Schäden durch fehlerhafte Messungen haftet. „Im Grunde muss jeder, dessen Arbeit auf Messungen basiert, für eine ordnungsgemäße Rückführbarkeit seiner Messmittel sorgen“, so Wolf.

Ohne Siegel keine internationale Anerkennung

Hinzu kommen Faktoren wie die Vergleichbarkeit und die globale Akzeptanz akkreditierter Kalibrierungen. Werkskalibrierscheine sind ein hauptsächlich deutsches Phänomen, während ausländische Betriebe in der Regel gewohnt sind, sich auf von offizieller Seite überwachte Verfahren zu verlassen. „Das hat immer wieder zu Verwirrungen geführt, weshalb Auditoren auch die anstehende Klarstellung positiv sehen, weil sie einen Schritt hin zur internationalen Vergleichbarkeit und Anerkennung bedeutet“, berichtet Wolfgang Heppel, Branchenverantwortlicher für Industrie und Automotive bei der DEKRA Certification GmbH.

Die im Februar verabschiedeten und am 1. August in Kraft tretenden Änderungen schränken die Möglichkeiten zur Rückführung über Ergebnisberichte ohne Akkreditierungssymbol ein. Insbesondere werden jetzt auch entsprechende Scheine der deutschen Eichbehörden sowie Berichte ohne Symbol von Kalibrierlaboratorien, die eigentlich für genau diesen Bereich akkreditiert sind, nicht mehr als Rückführungsnachweis anerkannt. Lediglich bei Messmitteln beziehungsweise -größen, für die keine akkreditierte Stelle existiert, können auch Werkskalibrierscheine genutzt werden, dann allerdings mit gesonderter Begutachtung der Kalibrierprozesse und der Dokumentation, was zu zusätzlichen Kosten führt.

Hohe Anforderungen in der Automobilindustrie

„Auch die DEKRA Certification hat daher unlängst ihre Auditoren nochmals eingehend geschult, die Neuerungen vorgestellt und auf das Vorgehen bei nicht-akkreditierter Kalibrierung hingewiesen“, so Auditor Heppel. Speziell vor dem Hintergrund, dass die bestimmende Qualitätsmanagementnorm der Automobilindustrie, die ISO/TS 16949:2009, im Grunde prinzipiell DAkkS-akkreditierte Kalibrierscheine verlangt, ist die Schaffung eines breiteren Bewusstseins dafür, was bei Werkskalibrierscheinen zu beachten ist, von entscheidender Bedeutung. So steht beispielsweise ein Werkskalibrierschein nicht automatisch auf einer Stufe mit einem DAkkS-Schein, nur weil das ausführende Labor prinzipiell für die Messgröße akkreditiert ist.

www.dakks.de/
www.dekra-certification.de/
www.melutec.de/



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