Testzentrum für E-Mobilität
06. Juni 2025 - Shell erweitert sein Shell Technolgy Centre Hamburg um ein Testzentrum für Ladeinfrastruktur. Die Anlage ist ausgelegt auf Ladeleistungen von bis zu fünf Megawatt (MW) im Mittelspannungsbereich und kann beispielsweise schnelles Aufladen von Batterien für Schwerlastfahrzeuge wie Lkw, Busse, Traktoren und Baufahrzeuge oder auch Schiffe mit Elektroantrieb unter verschiedenen, mitunter extremen Klimabedingungen inklusive des Zusammenspiels verschiedener Hard- und Software-Komponenten auf Herz und Nieren prüfen. Bereits Ende 2025 sollen erste Tests anlaufen.
Felix Faber, Vorsitzender der Geschäftsführung von Shell in Deutschland, sagt: „Mit dem Bau des leistungsstärksten Testzentrums für elektrisch angetriebene schwere Fahrzeuge und Infrastruktur sind wir ein Vorreiter in der Branche. Wir können damit den Transportsektor maßgeblich unterstützen, die CO2-Emissionen zu senken und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben. Schnelles und effizientes Laden für E-Antriebe ist im Transportbereich immens wichtig, denn vor allem in dieser Branche ist Zeit Geld. Genau dort setzen wir mit unserem Testzentrum für Megawatt-Charging an. Hier können Lösungen weiter ausreifen, Industriepartner zusammenkommen und mit uns gemeinsam einen Beitrag zur Elektrifizierung und damit Dekarbonisierung des gesamten Sektors leisten.“
Mit dem Testzentrum stärkt das Unternehmen also nicht nur die Weiterentwicklung eigener Produkte und Dienstleistungen im Bereich der E-Mobilität wie z.B. dem der Shell Tochtergesellschaft SBRS im Bereich E-Depot-Lösungen für Bus- und Lkw-Fuhrparks sowie ubitricity und Shell Recharge für Individualverkehr und Pkw-Flotten. Es ist vor allem auch ein Serviceangebot für Partner und Kunden wie Fahrzeughersteller und Hersteller für Ladeinfrastruktur. Diese können mithilfe der 12 automatisierten Prüfstände, mehr als 50 flexiblen Prüfstationen, Klimakammern und vielfältigen Konfigurationen ihre Konzepte hinsichtlich Leistungsstärke, Effizienz, Sicherheit und Praxistauglichkeit unter unterschiedlichen Bedingungen und in Simulationen erproben und weiter verfeinern.
Das Testzentrum ermöglicht das intensive Testen von Pkw- und Lkw- Ladeinfrastruktur im MCS-Standard und unter variablen Klimabedingungen von -40 bis +50 Grad Celsius und unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit. Es beinhaltet eine Schaltanlage mit 10kV AC und 3.6kV DC (Mittelspannung) sowie einen bi-direktionalen DC-Emulator mit bis zu 5.2MW (3.6 kV), was auch simultanen Testbetrieb mit sechsmal 800kW (1.000 V) ermöglicht. E-Antriebssysteme für Lkw- und Off-Road-Fahrzeuge können sicher in einem besonderen, geschützten Testfeld für sogenannte High-Risk-Aufbauten inkl. autonomer Systeme getestet werden.
Weitere Testanwendungen beinhalten Energie und Power Management incl. e-fleet charge solutions, automatisierte Back-Office-Akzeptanztests, Interoperabilität und Effizienztests unter variablen Klimabedingungen, automatisierte Batterietests bis Gefahrstufe 6 sowie Hardware-in-the-Loop (HIL) Simulationen.
Perspektivisch sollen auch Tests im Schiffs- und Großspeicherbereich möglich sein. Die Inbetriebnahme des Zentrums erfolgt ab Ende 2025 in mehreren Phasen und soll bis 2027 abgeschlossen sein. Es wird auf 3.500m2 Quadratmetern neben einem Büro- und Elektroinstallationsgebäude ein externes Testfeld, einen Testhangar und Werkstattbereich umfassen mit weiterer Ausbaureserve von rund 500m2.
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